Interview: Insights from Bastian Bendig

Bastian Bendig im Interview: Einblicke in die nächste Generation bei mt-g
Mit dem Einstieg von Bastian Bendig als Leiter Interne Unternehmenskommunikation und Geschäftsentwicklung wird ein neues Kapitel bei mt-g aufgeschlagen – eines, das gleichermaßen auf Kontinuität und Weiterentwicklung setzt. Als Sohn der Unternehmensgründer kennt er mt-g nicht nur aus beruflicher Perspektive, sondern ist mit dem Unternehmen (auf-)gewachsen. Im Interview spricht er mit uns über seine Rolle, seine Ziele und darüber, wie es ist, im Familienunternehmen Verantwortung zu übernehmen – zwischen bekannten Gesichtern und neuen Herausforderungen.
Fangen wir doch erst mal mit einer kleinen persönlichen Frage an. Du kennst mt-g im Grunde dein ganzes Leben – was ist deine erste bewusste Erinnerung an das Unternehmen?
Da muss ich tatsächlich sagen, dass ich nicht weiß, ob mir die Erinnerung sozusagen „eingepflanzt“ wurde, oder ob es tatsächlich meine eigene Erinnerung ist. Aber ich habe ein Bild im Kopf, noch in der Uferstraße in Neu-Ulm, im ersten Büro von mt-g, wie ich auf der Faxmaschine liege. Mein Vater rechts von mir am Schreibtisch mit dem Telefonhörer in der Hand, meine Mutter links neben mir, das Fax mit Papier fütternd. Ich glaube, da gab es mt-g gerade zwei Jahre. Ich war zu dem Zeitpunkt etwa ein Jahr alt, deshalb denke ich nicht, dass das meine eigene Erinnerung ist.
Die erste Erinnerung, bei der ich sicher weiß, dass es meine ist, ist das dritte Büro von mt-g in Böfingen. In der fünften Klasse bin ich nach der Schule, an der Bushaltestelle vorbei, ins Bürogebäude vorne reingegangen und anschließend mit meiner Mutter nach Hause gefahren.
War es für dich von Anfang an klar, dass du bei mt-g ins Unternehmen einsteigen möchtest oder hast du dir auch Gedanken zu anderen beruflichen Wegen gemacht?
Auf gar keinen Fall, mt-g kam tatsächlich erst in den vergangenen fünf bis sieben Jahren auf. Mein Kindheitstraum war immer Erfinder. Das hat sich dann relativ schnell erledigt, denn ich sag mal, es ist fast alles erfunden. Danach wollte ich Schreiner werden. Ich habe auch viele Praktika in dem Bereich gemacht. Holz war für lange Zeit mein Lieblingswerkstoff, dann bin ich älter geworden und meine Interessen haben sich geändert.
Ich habe angefangen, Fahrzeugtechnik zu studieren, und bin dann leider an der höheren Mathematik gescheitert. Dann habe ich mich lange mit mir selber beschäftigt und mich gefragt, was willst du eigentlich machen? Und dann kam relativ zügig auf, dass ich was mit Menschen machen möchte. Ich würde mich selbst als recht kommunikativ und empathisch bezeichnen und so habe ich dann die Möglichkeit gesehen, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Ich habe begonnen, Wirtschaftspsychologie zu studieren, und habe im ersten Semester relativ schnell den Entschluss gefasst, dass es das ist, was ich machen möchte. Personal, Geschäftsentwicklung, Kommunikation – die Schnittmenge aus den Gebieten. So habe ich die Entscheidung getroffen, bei mt-g einzusteigen, was mir meine Eltern natürlich gerne ermöglicht haben, ganz ohne Druck.
Was hat dich motiviert, jetzt aktiv bei mt-g einzusteigen? Gab es einen bestimmten Moment, an dem du gesagt hast, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist?
Den richtigen Zeitpunkt gibt es, vermutlich, nicht. Gerade bei einem Einstieg als Sohn in ein Unternehmen kannst du, glaube ich, nur alles falsch machen. Du musst dich irgendwie beweisen, um zu zeigen, dass du nicht nur der Sohn bist, sondern tatsächlich auch ein bisschen was auf dem Kasten hast. Ich bin aber sehr dankbar dafür, wie es verlaufen ist. Ich wurde von meinen Eltern gefragt, ob ich ein Strategiemeeting führen kann. Es war schon eine große Herausforderung, mit der gesamten Führungsriege die Meetings aufzusetzen. Über dieses Thema habe ich dann für mich auch gesagt, das ist ein guter Startpunkt. So konnte ich während meines Studiums mehrmals die Woche Input geben, Fragen aus anderer Blickrichtung stellen und überlegen, wo man mit der Firma hingehen könnte. Was ist die strategische Ausrichtung für die Zukunft? Das war schon der Startpunkt zu sagen, ich lege hier jetzt richtig los.
Mit deiner neuen Rolle als Leitung für die interne Kommunikation und Geschäftsentwicklung übernimmst du direkt große Verantwortung – wie definierst du diese beiden Bereiche für dich?
An der Uni wurde mir immer vorgebetet, dass die Unternehmenskommunikation das schwierigste Thema ist, das es gibt: Informationen transportieren und einen Change Prozess anzustoßen, ohne dass sich jemand außen vor gelassen fühlt. Diese Herausforderung wollte ich gerne annehmen und habe bereits in den letzten acht Monaten, in denen ich nun Vollzeit bei mt-g bin, erste Maßnahmen umsetzen und mich auch schon über positives Feedback freuen können.
Die Geschäftsfeldentwicklung ist ein fortlaufender Prozess.
Ich sage gerne, die fünfte industrielle Revolution hat angefangen, ohne dass wir es überhaupt mitbekommen haben.
KI hat Einzug gehalten in unsere Arbeitswelt und den Change Prozess, der in der Literatur oder auch von großen Firmen beschrieben wird, der in Jahresrhythmen von 10, 15 bis 20 Jahren stattfindet, den gibt es in meinen Augen durch die KI nicht mehr. Ich bin der Meinung, dass durch die Schnelllebigkeit der heutigen Wirtschaft der Change Prozess nie aufhört. Daher denke ich, dass jemand im Unternehmen sich damit aktiv auseinandersetzen muss, um zu schauen, dass die Firma am Puls der Zeit bleibt – und dieser Aufgabe der ständigen Weiterentwicklung wollte ich mich gerne stellen.
Neben der internen Kommunikation, übernimmst du auch Aufgaben im Personal. Was ist dir besonders wichtig im Umgang mit Mitarbeitenden und Bewerbern?
Also ich würde es gerne zusammenlegen, für mich gehören Kommunikation und Personal zusammen. Für mich ist der wichtigste Punkt zu wissen, wie geht es den Mitarbeitern, wie ist das Klima im Team, wie ist das Klima in der Firma und was geht in den Köpfen der einzelnen Menschen vor? Auf dieser Grundlage kann ich meine Kommunikationsstrategie optimal aufbauen.
Im Umgang mit den Mitarbeitern ist es mir enorm wichtig, respektvoll und auf Augenhöhe zu arbeiten. Die autoritären Führungsstile der letzten Jahre, wenn man sich auch große Konzerne anschaut, empfinde ich als nicht passend für uns bei mt-g. Ich finde es gut, eng mit meinen Kollegen zu arbeiten, mir Input zu holen. Die meisten sind ja doch deutlich länger da als ich, kennen sich in ihren Fachbereichen besser aus und ich sehe meine Rolle eher darin, mir das Wissen zu holen und entsprechend in meine Kommunikation einfließen zu lassen.
Mit neuen Verantwortlichkeiten kommen auch häufig neue Ideen. Welche konkreten Ziele hast du dir für deine neuen Verantwortungsbereiche bei mt-g gesetzt? Gibt es neue Impulse, die du gezielt ins Unternehmen einbringen möchtest?
Mein größtes Ziel ist es, die Mitarbeiterzufriedenheit im Unternehmen weiter zu erhöhen und den Mitarbeitern während der Neuausrichtung des Unternehmens ein Sicherheitsgefühl zu geben. Das ist ein Punkt, den ich durch die Synergie von Personal und interner Kommunikation erreichen möchte.
Konkret umsetzen konnte ich hierfür einen regelmäßigen Mitarbeiterdialog mit allen Mitarbeitern, einen offenen Sprachdialog ohne jegliche Vorgabe, wo uns Feedback zu jeglichen Themen gegeben werden kann. Ich bin außerdem dazu übergegangen, mich einmal im Monat mit den Teams zusammenzusetzen, damit sie mir Fragen zur Zukunft stellen können und ich einfach versuche, ein bisschen Unsicherheit zu nehmen.
Lass uns jetzt hier direkt einen weiteren Blick in die Zukunft wagen – welche Entwicklungsmöglichkeiten siehst du für mt-g in den kommenden Jahren – gerade im Hinblick auf Kommunikation und Geschäftsausbau?
In der Kommunikation sind wir auf keinem schlechten Weg. Ich möchte weiter daran arbeiten, dass eine offene Struktur bei mt-g herrscht, dass sich niemand ungehört fühlt oder verstecken muss mit seiner Meinung, dass wir auf Augenhöhe kommunizieren und uns gegenseitig Feedback geben können – einfach ein gutes Arbeitsklima, das ist mein größtes Ziel.
Was die weitere Geschäftsentwicklung angeht, kann ich sagen: Wir befinden uns in der aktiven Phase, neue Dienstleistungen zu entwickeln – auch mit Hilfe von KI. Mehr ins Detail kann ich zu diesem Punkt hier natürlich nicht gehen.
Das ist zum Glück nicht nötig. Ich habe eine sehr gute Beziehung zu meinen Eltern. Wenn wir Mittagessen sind oder auch Urlaube zusammen verbringen, dann müssen wir das nicht trennen und das finde ich auch sehr, sehr angenehm. Es ist ein fliegender Wechsel zwischen privaten Themen und Arbeitsthemen. Und durch diesen fliegenden Wechsel, der nicht getrennt werden muss, entstehen natürlich auch wunderbare neue Ideen. Ich bin sehr dankbar, dass ich mir auch zu meinen neuen Ideen Feedback oder eine Meinung einholen kann von Menschen, die seit über 25 Jahren im Business sind. Natürlich ecken wir auch mal an, aber es gab in meinen 25 Jahren Lebenszeit kein Thema, das sich nicht hat klären lassen.
Haben dir deine Eltern einen besonderen Ratschlag gegeben, bevor du deine neue Position angetreten hast?
Der Rat kommt eher kontinuierlich. Ich bin sehr dankbar, dass sie mir sozusagen als Berater zur Seite stehen. Jedes Mal, wenn ich ein eine Frage oder ein Problem habe, wo ich einfach noch ein bisschen Input brauche, habe ich die Möglichkeit, sie anzurufen.
Eine letzte Frage hätten wir noch: Worauf freust du dich am meisten in deiner neuen Rolle?
Worauf freue ich mich am meisten? Ich schätze den täglichen Austausch mit den Kollegen sehr und dass sie mir die Chance geben, mich zu beweisen und auch für sie ein geschätzter Kollege zu werden – ganz ohne Vorurteile.
